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SynagogenMusik zur Marktzeit
Samstag, 27. April 2013, 11:15 - 12:00
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In der Musik zur Markzeit zu einem Sondertermin am Samstag, den 27.04.2013, um 11:15 Uhr wird die synagogale Musik für Viola und Orgel vorgestellt werden. Der Arbeitskreis der „Woche der Brüderlichkeit“ und die Evangelische Kirchengemeinde Hamm konnten dazu Semjon Kalinowsky aus Lübeck (Bratsche) und den renommierten Orgelprofessor Torsten Laux aus Düsseldorf gewinnen. Der Eintritt ist wie immer frei, um eine Spende wird ausgangs gebeten.

Synagogenorgel in Deutschland – die Wiederbelebung einer großen musikalischen Tradition
Die Geschichte der jüdischen Musik reicht Jahrtausende zurück. Die hebräische Bibel nennt in Gen. 4, 21 als Stammvater aller Musiker (konkret: aller Zither- und Flötenspieler) einen Mann namens Jubal. Gesang und Instrumentalspiel waren – vor allem nach der Zeit des Babylonischen Exils – fester Bestandteil des Jerusalemer Tempelkultes.
Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n.d.Z. wurde im Gottesdienst bewusst auf Instrumentalmusik verzichtet – zum einen aus Trauer um die Zerstörung des Heiligtums, zum anderen aus Sorge, durch die Pflege der Instrumente eventuell das Gebot Sabbatruhe zu verletzten.
Über viele Jahrhunderte hinweg war der jüdische Gottesdienst musikalisch durch den Wechselgesang zwischen dem Solo des Vorbeters (Scheliach Zibbur) bzw. Kantors (Chasan) und dem Antworten der Gemeinde geprägt. Häufig wurde der Kantor von zwei weiteren Sängern unterstützt; in den nord- und osteuropäischen Gemeinden waren dies zumeist ein Knaben-Sopran (Singer) und ein Bass.
Änderungen in dieser Tradition brachte das 19. Jahrhundert mit seinen Reformbewegungen. Europa erlebte bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein eine große Blüte jüdisch-liturgischer Musik, die sich zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens entwickelte.
Zu dem Kantor trat nun ein Männerchor, später z.T. auch ein gemischter Chor. Die Orgel, die „Königin der Instrumente“, erhielt Einzug in die Synagogen: In dem niedersächsischen Ort Seesen am Harz baute der jüdische Kammeragent Israel Jacobsohn 1810 in seinem Tempel als erster ein solches Instrument ein. Bis 1938 fand sich in fast jeder größeren Stadt Deutschlands eine Synagogenorgel, auch wenn sie innerhalb der jüdischen Gemeinschaft niemals völlig unumstritten war: Vielen galt sie zu sehr als christliches Symbol, andere wollten an dem Verzicht auf Instrumentalmusik während des Gottesdienstes festhalten. So findet sich in vielen Noten ein Hinweis der Art: „mit oder ohne Orgelbegleitung zu spielen“.
Die Neuerungen brachten weitere Veränderungen mit sich: Erstmals wurde die synagogale Musik nach dem Brauch der einzelnen Gemeinden notiert und schriftlich weitergegeben. Kompositionen für die Synagoge entstanden, wobei es zu Wechselwirkungen mit der Kunstmusik der Zeit kam. Einige jüdische Kantoren feierten auch auf den Opernbühnen der Welt Erfolge.
Der Holocaust setzte dieser reichen musikalischen Tradition ein gewaltsames Ende. Die Synagogenorgeln wurden mit den Gebäuden zerstört, und viele Noten und andere Zeugnisse gingen verloren oder wurden in der ganzen Welt zerstreut.
(Quelle: Musik der Synagoge, www.ezjm.hmtm-hannover.de/de/musik-der-synagoge/19-und-20-jahrhundert/, Internetseite des Europäischen Zentrums für jüdische Musik an der HMTM Hannover)

Synagogenorgel in Mainz
Nachdem die zweite deutsche Rabbinerversammlung 1845 einstimmig für die Zulässigkeit der Orgel in der Synagoge votiert hatte, nahm die Entwicklung der Synagogenorgel einen deutlichen Aufschwung.
Nach Berlin/Synagoge in der Georgenstraße 1846, folgten Hildesheim 1850, Mainz 1853, Berlin/Synagoge in der Johannisstraße 1854, Mannheim 1855, Leipzig 1856 und viele andere.
Die 1853 von dem Mainzer Orgelbauer Bernhard Dreymann für die liberale Mainzer Synagoge geschaffene Orgel verdient noch eine besondere Erwähnung, da sie die erste in Deutschland war, die den gesamten Gottesdienst begleitete.
Auch die 1912 erbaute Zentralsynagoge in der Hindenburgstraße sollte eine angemessene Orgel erhalten. So errichtete die Firma Sauer aus Frankfurt am 3. September 1912 in der Zentralsynagoge eine Orgel mit 31 Registern, die ihren Platz auf der Sängerempore über dem Thoraschrein fand.
In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden alle Mainzer Synagogen durch Plünderung und Brandstiftung vernichtet.

(Quelle: Achim Seip, Synagogenorgeln in Worms und Umgebung, 2010 Stadtarchiv Worms)

Semjon Kalinowsky (Bratsche), Lübeck, geboren in der Ukraine, erhielt er mit 5 Jahren seinen ersten Violinunterricht bei seinem Vater und errang bald mehrere Preise bei verschiedenen Wettbewerben. Erste öffentliche Auftritte und das Orchesterdebüt im Alter von 13 Jahren.
Mit 17 wechselte er schwerpunktmäßig zur Bratsche und trat 1979 in das Diplomstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Lemberg ein. Das Studium bei Prof. Z. Daschak schloss er 1984 mit der künstlerischen Reifeprüfung und dem Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Als Stipendiat des Polnischen Kulturministeriums ging er für weitere Studien nach Danzig, wo er an der Staatlichen Musikakademie sein Aufbaustudium absolvierte.
Als leidenschaftlicher Vertreter seines Instruments, versucht er durch seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in Osteuropa, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz die Viola von der Patina der abschätzigen Vorurteile zu befreien.
Als Bearbeiter und Herausgeber hat er in Zusammenarbeit mit renommierten Musikverlagen dazu beigetragen, das Viola-Repertoire mit neuen Werken zu bereichern.
Für seine Tätigkeit wurde er 1998 vom Präsidenten der Ukraine mit dem Titel „Verdienter Künstler der Ukraine“ ausgezeichnet.
Semjon Kalinowsky ist Initiator und musikalischer Leiter des Festival
„Jüdische Kulturtage Lübeck“

Prof. Torsten Laux (Orgel) Düsseldorf (geboren 1965 in Worms/Rhein) studierte an der Musikhochschule in Frankfurt/Main Kirchenmusik bis zur A-Prüfung 1989 (Orgel bei Prof. H.-J. Bartsch, Improvisation Prof. R. Menger und KMD G. Wachowski) und Orgel (Künstlerische Ausbildung bei Prof. E. Krapp) bis zum Konzertexamen 1993. 1994 bis 1996 ergänzte er seine solistische Ausbildung durch weitere Studien bei Prof. D. Roth und Prof. B. Haas an der Musikhochschule Saarbrücken.
Torsten Laux war 1995 bis 1999 Kantor und Organist der Dankeskirche in Bad Nauheim, seit 1999 ist er Professor für Orgel an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Torsten Laux ist Mitbegründer und Künstlerischer Leiter des Internationalen Düsseldorfer Orgelfestivals (seit 2006, www.ido-festival.de).
Torsten Laux hat einige renommierte internationale Orgelwettbewerbe gewonnen und zahlreiche Aufnahmen für CD, Rundfunk und Fernsehen eingespielt. Konzertreisen führen ihn nach Frankreich, Belgien, Holland, England, Dänemark, Schweden, Finnland, Italien, Polen, Ungarn, Rumänien und USA. Außerdem gibt er Meisterkurse für Literaturspiel und Improvisation im In- und Ausland und wirkt als Juror bei internationalen Orgelwettbewerben mit.


KIRCHE trifft SYNAGOGE

PROGRAMM

Josef Gabriel Reinberger Präludium aus Suite op.166 (Viola und Orgel)
1839-1901

J. S. Bach „Erbarme dich, mein Gott“ (Viola und Orgel)
1685-1750 "Matthäus-Passion" BWV 244


Felix Mendelssohn Bartholdy Orgelsonate Nr.2 (Orgel Solo)
1809-1847

Fernand Halphen „ Prière “ (Viola und Orgel)
1872-1917

Jehan Alain „ Les Fêtes de l'Année Israelit“ (Orgel solo) 1911-1940


Max Bruch „Kol Nidre“ op.47 (Viola und Orgel)
1838-1920

Torsten Laux „Schalom“ (Viola und Orgel)
*1965

P a u s e


Henry Eccles Kirchensonate g-Moll für Viola und Orgel
1675-1735 Largo - Allegro (Corrente) - Adagio - Allegro vivace

Friedrich Gernsheim „Elohenu“ (Viola und Orgel)
1839-1916

Louis Lewandowski „Fünf Fest-Präludien“ (Orgel solo)
1821-1894

Joseph Sulzer „Sarabande“ op.8 (Viola und Orgel)
1850-1926


Herman Berlinski Prelude for Rosh Hashana
1910-2001 Prelude for Yom Kippur (Orgel solo)

Antonio Vivaldi Concerto C-Dur (Viola und Orgel)
1678-1741 (nach dem Concerto G-Dur op. 3 Nr. 3 (RV 310) )
Allegro - Largo – Allegro

Ort Pauluskirche Hamm, Marktplatz 16, 59065 Hamm

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07:30PM - 09:00PM
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11 Dez 2019
07:45PM - 09:45PM
Pop- & Gospelchor
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09:00AM - 09:45AM
Singschule: Vorkurrende
12 Dez 2019
07:30PM - 10:00PM
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