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Ein außergewöhnliches Chorkonzert gestalten der Kirchenchor „Gaudete“ der Chorgemeinschaft Papst Johannes Heessen und die Pauluskantorei Hamm unter Leitung der Kirchenmusiker Michael Seibel und Heiko Ittig: sie führen die „Petite Messe solemnelle“ von Giacchino Rossini auf. Unter Mitwirkung von Ursula Gärtner und Michael Seibel an den Klavieren und Christoph A. Schäfer am Kunstharmonium, in Frankreich als aus „petite orgue“ bekannt erklingt das Werk am Mittwoch, den 03.10.2018, um 18 Uhr in der St.-Stephanus-Kirche Heessen. Weitere Solisten sind Manja Stephan, Sopran, Annika van Dyk, Alt, Wilhelm Adam, Tenor und Georg Thauern, Bass. Eintrittskarten sind erhältlich für 15 € (12 € bei Ermäßigung für Schüler, Studienrende, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende und Schwerbehinderte) bei Musik Hans, Martin-Luther-Str. 41 in der Innenstadt, „Buch und Kunst“ am Heessener Markt und im Pfarrbüro St. Stephanus an der Heessener Dorfstr. 21.

Das Werk
Die Petite Messe solennelle entstand im Jahr 1863, 34 Jahre nach der Komposition von Rossinis letzter Oper, in Passy, wo Rossini die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte. Es handelt sich um eine Auftragskomposition für den Comte Alexis Pillet-Will (1805–1871) und dessen Frau Louise Pillet-Will, der das Werk gewidmet ist. Die Uraufführung fand am 14. März 1864 zur Einweihung der Privatkapelle des gräflichen Paares in Paris statt. Albert Lavignac leitete die Aufführung vom Harmonium aus. Die erste öffentliche Aufführung folgte tags darauf im Pariser Théâtre-Italien und wurde ein großer Erfolg.
Die Messe steht ihren äußeren Ausmaßen und auch dem Namen nach in der Tradition der Missa solemnis, wurde aber dennoch vom Komponisten ironisch mit dem Attribut petite („klein“) bedacht. Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung an den „lieben Gott“: „hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“
Die ungewöhnliche Besetzung der Messe für Singstimmen, zwei Klaviere und Harmonium steht in der neapolitanischen Cembalo-Tradition des 18. Jahrhunderts. Drei Jahre nach der Komposition arbeitete Rossini auch noch eine Orchesterfassung aus – hauptsächlich aus der Sorge heraus, die Messe könnte nach seinem Tode durch die Bearbeitung eines anderen entstellt werden: „findet man dieselbe nun in meinem Nachlass, so kommt Herr Sax mit seinen Saxophonen oder Herr Berlioz mit anderen Riesen des modernen Orchesters, wollen damit meine Messe instrumentieren und schlagen mir meine paar Singstimmen tot, wobei sie auch mich glücklich umbringen würden.“ Rossini bevorzugte dennoch die Version mit Klavier und Harmonium und verfügte, dass die Orchesterfassung erst nach seinem Tode aufgeführt werden durfte. Sie erklang erstmals am 24. Februar 1869 im Théâtre-Italien in Paris. Während in den ersten Jahren danach Aufführungen der Orchesterfassung überwogen, hat sich mittlerweile das Verhältnis wieder zugunsten der Originalfassung verschoben.
Der Aufbau der Messe folgt dem traditionellen Ordinarium. Der französischen Messtradition folgend, komponierte Rossini ein rein instrumentales Prélude religieux l'Offertoire, das für das Offertorium vorgesehen ist. Das O salutaris hostia, eine Strophe aus der Hymne zu Fronleichnam Verbum supernum prodiens, fügte Rossini nach der Aufführung von 1865 der Messe hinzu.
Das Christe eleison stammt nicht aus der Feder Rossinis. Wie der amerikanische Organist Kurt Lueders entdeckte, hat Rossini hier ohne Anmerkung eine Komposition seines Freundes, des französischen Komponisten Louis Niedermeyer, in seine Petite Messe übernommen. Wie die Herausgeber der neuen Urtextedition der Partitur (September 2010), Patricia B. Brauner und Philipp Gosset, beim Verlag Bärenreiter Kassel mitteilen, ist das Christe eleison ein wörtliches Zitat des Et incarnatus est aus der Messe solennelle von Niedermeyer, die anlässlich der Feierlichkeiten zum Cäcilienfest im November 1849 uraufgeführt worden ist. Als Beleg ist das niedermeyersche Original der Neuausgabe als Appendix I angefügt.
Die Beweggründe für das halbminütige Ritornello in C-Dur vor dem Sanctus sind nicht bekannt; es ist davon auszugehen, dass es als Intonationshilfe für das ebenfalls in C-Dur stehende Sanctus dient, zumal das vorige Prélude religieux auf Ges-Dur endet. Womöglich wollte Rossini dem Harmonium mit einem kurzen Solostück etwas Beachtung gewähren, damit es als eigenes Klangelement der Messe und als gleich wertvoll wie das Klavier empfunden würde.
Der Komponist
Geboren am 29. Februar 1792 in Pesaro, gestorben am 13. November in Passy. Bereits als Kind lernte Rossini Violine und Cembalo; mit 14 Jahren kam er an das Konservatorium in Bologna, wo Komposition, Violoncello, Horn, Klavier und Gesang zu seinen Unterrichtsfächern gehörten. In der Folge komponierte Rossini als Opernchef in Neapel zahllose Opern, die nicht immer ein Erfolg waren - selbst ein Werk wie der "Barbier von Sevilla" konnte anfangs nicht begeistern. Rossini gilt als Fachmann für die komische Oper, als Meister des Belcanto.
Bereits 1829 entstand mit "Wilhelm Tell" die letzte Oper. Nach dem Verlust seiner Ämter und der Rückkehr nach Bologna, wo Rossini die Leitung des Musiklyzeums übernahm, komponierte er seltener und bediente nun die Gattungen der Kirchen- und Kammermusik. Rossini war so berühmt, dass Giuseppe Verdi nach seinem Tod mit einem Dutzend der bedeutendsten Komponisten ein "Gemeinschafts-Requiem" komponierte.

Die Ausführenden

Manja Stephan
ist regelmäßig gefragte Solistin und Ensemblesängerin im Oratorien- und Konzertbereich. Dazu gehört ihre Mitwirkung im Balthasar-Neumann-Chor, Ensemble Weserrenaissance, Vocalconsort Berlin, Kölner Kammerchor und Capella Ansgarii.
Sie arbeitete mit Thomas Hengelbrock, Reinhard Göbel, Wolfgang Helbich, Peter Neumann und Manfred Cordes.
Ihr Gesangsstudium mit dem Schwerpunkt Alte Musik absolvierte sie erfolgreich an der Hochschule für Künste Bremen bei Harry van der Kamp, Peter Kooij und Clemens Löschmann. Meisterkurse bei Emma Kirkby, Krisztina Laki, Barbara Schlick, Gerd Türk und Rachel Bersier ergänzen ihre Studien.
Mehrere CD-Produktionen als Solistin mit dem Ensemble Weserrenaissance (cpo), dem Alsfelder Vokalensemble (cpo) und dem Norddeutschen Kammerchor (Dabringhaus und Grimm: Echo Klassik Preis 2015) dokumentieren ihre Arbeit.

Die Mezzosopranistin Annika van Dyk, geboren in Essen, aufgewachsen in Esslingen am Neckar, erhielt ihren ersten Gesangsunterricht bei Frau Gisela Koban in Stuttgart. Im Jahre 2000 nahm sie ihr Gesangsstudium an der Folkwang Hochschule in Essen bei Frau Kammersängerin Prof. Czilla Zentai auf. 2003 wechselte sie an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt in die Klasse von Frau Prof. Hedwig Fassbender, wo sie Anfang 2008 ihr Diplom ablegte. Während ihres Studiums wirkte sie in verschiedenen Opernproduktionen der Hochschule mit; so sang sie unter anderem den Grafen Orlofski in der Fledermausvon Johann Strauß sowie die Partie der Mrs. Begbick in Kurt Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“. Im Rahmen der Hessischen Theatertage sang Annika van Dyk am Stadttheater Giessen die Fortuna in Claudio Monteverdis „L‘Incoronazione di Poppea“ und in einer Koproduktion mit der Oper Frankfurt die Hermiain Benjamin Brittens „Sommernachtstraum“.
Im Jahre 2006 wurde die Mezzosopranistin in die Yehudi Menuhin-Förderung „Live Music Now“ aufgenommen.
Im März 2007 gewann Annika van Dyk den ersten Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb der Schlossoper Haldenstein in der Schweiz und sang infolgedessen in der dortigen Produktion von W.A. Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ die Marcellina. Für eine konzertante Aufführung von Giuseppe Verdis "La Traviata" wurde Annika van Dyk an die Philharmonie Südwestfalen verpflichtet und sang dort die Partien derFlora und Annina. Zu Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde sie an das Theater Aachen engagiert, wo sie die Mary in Richard Wagners „Der fliegenden Holländer“, und die Stimme der Mutter in Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ sang. Im April 2008 debütierte sie ebenfalls am Theater Aachen in der Titelpartie des Orfeo in „Orfeo ed Euridice“ von Christoph W. Gluck. In der Spielzeit 2009 wurde Annika van Dyk als Marthe Schwerdtlein für die Oper "Faust" von Charles Gounod verpflichtet.
Darüber hinaus ist Annika van Dyk eine gefragte Lied- und Oratoriensängerin. Konzertreisen führten sie unter anderem nach Italien, Slowenien und in die Schweiz.

Der Tenor Wilhelm Adam, geboren in Frankfurt am Main, begann zunächst mit einem Chemiestudium und nahm während dieser Zeit gelegentlich Gesangsunterricht bei dem Tenor Christian Elsner. Nach dem Studium wechselte er nach Hannover, wo er 1999 promovierte und gleichzeitig Gesang und Musiktheorie bei Frau Prof. Charlotte Lehmann und Herrn Prof. Dr. Ernst Huber-Contwig studierte. Meisterkurse bei Prof. Siegfried Jerusalem in Nürnberg, Prof. Kriztina Laki in Würzburg und Prof. Gemma Visser in Maastricht rundeten seine Ausbildung ab. Gastverpflichtungen führten ihn zuletzt an die Theater Freiberg und Hildesheim. Darüber hinaus ist der Sänger regelmäßig als Konzertsänger zu hören wie z. B. in M. Tippetts Requiem A Child of our time gemeinsam mit Solisten der nieder -sächsischen Staatsoper Hannover, als Hans neben Ensemblemitgliedern der Deutschen Oper Berlin in Smetanas "Die verkaufte Braut" in Begleitung der Kammerphilharmonie Königsberg, in Berlioz´ L´Enfance du Christ mit den Prager Philharmonikern oder als Evangelist in Bachs Weihnachtsoratorium und andere. Einen Schwerpunkt in seinem Konzertrepertoire bilden dabei vor allem die Partien des Evangelisten einschließlich der Arien in den großen Passionen Bachs (Johannespassion/Matthäuspassion), die er mit großem Erfolg in verschiedenen Konzerten singt.

Georg Thauern – Bass – wurde 1968 in Höxter geboren und studierte bis 1995 Gesang am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg bei Kammersängerin Dorothea Chryst. Heute reichen seine freiberuflichen Tätigkeiten vom Chorgesang (z. B. beim „Süddeutschen Kammerchor“ und der „Neuen Detmolder Liedertafel“) über Soloensembles (vornehmlich im Vokalquartett „Drops“) bis hin zum Solo im Konzert.
Im Jahr 2000 sang er im Musicaltheater Neuschwanstein die Titelrolle in „Ludwig II – Sehnsucht nach dem Paradies“.
Ein Meisterkurs bei Emma Kirkby verhalf ihm 2001 zu besonderen Kenntnissen im barocken Koloraturgesang, aber nach wie vor gehört viel seiner Liebe dem amerikanischen Musical (Gershwin, Porter, Rodgers, Kern), das seinen Entschluss, Berufsmusiker zu werden, motivierte.
Im Sommer 2003 hatte Herr Thauern die Möglichkeit, Meisterschüler von Kammersängerin Anna Tomowa-Sintow innerhalb der „Münchner Singschul'“ zu sein.
Georg Thauern wurde von so verschiedenen Ensembles begleitet wie dem „Arsatius-Consort“ und dem Ensemble „Bell’arte“ Salzburg, aber auch vom „Platin-Orchester“. Er ist häufiger Gast der „Tage Alter Musik“ in Füssen, war jedoch auch innerhalb der „Matinee auf WDR 4“ in regelmäßigen Abständen im Rundfunk zu hören. Seit 2006 gehört Georg Thauern dem Vokalquartett „Drops“ an, in welchem er Tenorbariton singt. 2008 gründete er zusammen mit dem Schlagzeuger Bülent Sezen das Jazz-Quartett „Thauern & Trio“.
Bisher führten ihn Konzertreisen nach Monaco, Mailand und Bergamo, Stockholm, San Christóbal de La Laguna/Teneriffa, Quincy/USA, Kitchener/Kanada, Warschau, Krakau und Stettin.

Ursula Gärtner hat nach dem Abitur am musischen Grabbe-Gymnasium in Detmold an der Hochschule der Künste in Berlin studiert und Examina in Klavierpädagogik sowie Chor- und Instrumentalgruppenleitung abgelegt. Seit 1995 unterrichtet sie an der Städtischen Musikschule Hamm das Fach Klavier. Sie bereitet im Rahmen der Studien vorbereitenden Ausbildung besonders begabte Schüler in den Fächern Theorie und Gehörbildung auf die Aufnahmeprüfungen zum Musikstudium vor. Als Korrepetitorin wirkt sie an zahlreichen Aufführungen innerhalb und außerhalb der Musikschule mit. Sowohl am Klavier wie auch an der Orgel ist sie als Kammermusikpartnerin und Chorbegleiterin regelmäßig auf den Bühnen und in den Kirchen der Region zu hören.

Christoph Andreas Schäfer, geboren 1961 in Wertheim am Main, studierte Kirchenmusik in Heidelberg und Düsseldorf mit Abschluss Staatsexamen.
1986 bis 1990 war er Assistent von KMD Prof. Oskar Gottlieb Blarr an der Neanderkirche in Düsseldorf. Seine erste hauptberufliche Tätigkeit führte ihn von 1991 bis 1994 als Kantor nach Walsrode in die Lüneburger Heide. Von 1994 bis 1998 war er als Kirchenmusiker an der Christuskirche in Freiburg im Breisgau tätig.
Neben der Organistentätigkeit widmet er sich intensiv der Arbeit als Chordirigent mit zahlreichen Oratorienaufführungen und Uraufführungen. Die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik und die Gestaltung ausgefallener kirchenmusikalischer Programme, auch mit Musik aus den Bereichen Jazz und Pop, zählen zu seinen besonderen Schwerpunkten.
Seit 1998 ist Christoph Andreas Schäfer Kantor an der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Er leitet dort die Heidelberger Studentenkantorei und gründete die Heidelberger Kinderkantorei und die Junge Kantorei Heiliggeist und ist künstlerischer Leiter der wöchentlichen Veranstaltungsreihe Stunde der Kirchenmusik.
Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Freiburg und künstlerischer Leiter der Freiburger Kinder- und Jugendkantorei.
Als Organist und Chordirigent konzertierte er in Norwegen, Finnland, Polen, Ungarn, Ukraine, Weißrussland, Italien, Frankreich, Ägypten, der Schweiz, den Niederlanden und den USA.

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  • letzte Änderung am:Donnerstag 11 Oktober 2018, 14:50:50.
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