Chor- und Orchesterkonzert 24.06.2017

Manja StephanDas nächste große Chor- und Orchesterkonzert gestalten die katholischen Chorgemeinschaft Papst Johannes Hamm-Heessen und die Pauluskantorei Hamm gemeinsam am Samstag, den 24.06.2017, um 19 Uhr in der Pauluskirche Hamm. Unter Leitung der beiden Kirchenmusiker Michael Seibel und Heiko Ittig werden große Werke Felix Mendelssohn Bartholdys erklingen: die Reformationssinfonie Nr. 5 d-moll op. 107 und Psalm 42 "Wie der Hirsch schreit" op. 42. Neben den Chören spielt das erweiterte Paulusensemble Hamm und eine große Riege von Gesangssolisten. Konzertkarten sind im Vorverkauf erhältlich im Goldstübchen Erdmann, Werler Straße 34, 59065 Hamm, Tel.: 0 23 81 / 5 19 16, oder im Kath. Pfarrbüro Papst Johannes Heessen, Heessener Dorfstraße 21,  59073 Hamm.

Weitere Ausführende sind:
Manja Stephan - Sopran
Nils Giebelhausen - Tenor
Klaus-Martin Zeuch - Tenor
Peter Lutz - Bariton
Carsten Dorn - Bass

Klaus-Martin ZeuchChorgemeinschaft Papst Johannes Hamm-Heessen
Pauluskantorei Hamm
Paulusensemble Hamm
Leitung: Kantor Michael Seibel, Kantor Heiko Ittig

Die Kompositionen

Reformationssinfonie
Mit dem Kirchenlied "Ein' feste Burg" setzte Felix Mendelssohn dem Reformator Luther ein Denkmal im 'Gewand' einer Sinfonie. Mendelssohn schrieb seine Reformations-Sinfonie anlässlich der 300-Jahr-Feiern "Confessio Augustana" komponiert, dem große protestantischen Jubiläum 1830. Eine Aufführung im Jubiläumsjahr 1830 kam jedoch aufgrund der Unruhen nach der französischen Juli-Revolution nicht zustande. Auch zwei Jahre später wurde das Werk schon während der Proben für eine Aufführung in Paris vom Orchester als „zu gelehrt, zu viel Kontrapunkt und zu wenig Melodie“ abgelehnt. Schließlich kam die Uraufführung am 15. November 1832 in Berlin zustande, als sich Mendelssohn um die Leitung der Berliner Singakademie bewarb. Diese Bewerbung aber war nicht erfolgreich, und für Mendelssohn bedeutete die Zurückweisung seiner Bekenntnis-Symphonie eine herbe Enttäuschung. Es blieb die einzige Aufführung zu Mendelssohns Lebzeiten, denn der Komponist zog das Werk zurück - und verbuchte es als einer der wenigen Misserfolge seines Schaffens. Noch sechs Jahre später schrieb er an Julius Rietz: „Die Reformations-Symphonie kann ich gar nicht mehr ausstehen, möchte sie lieber verbrennen als irgend eines meiner Stücke, soll niemals herauskommen...“ Carsten Dorn
Mendelssohn selbst tat sich ebenfalls schwer damit, seine "jugendliche Jugendarbeit" zu akzeptieren. Er hätte sie am liebsten, wie er einem Freund verriet, nicht "aus dem Gefängnis" seines Notenschranks "entwischen lassen". Diese "Symphonie zur Feier der Kirchen-Revolution", wie das Werk ursprünglich hieß, erschien dann auch erst über 20 Jahre nach Mendelssohns Tod im Druck und zwar als Nummer 5 seiner Sinfonien und mit der verwirrend hohen Opuszahl 107. In Wahrheit aber ist diese offiziell letzte (und Wahrheit zweite) Sinfonie Mendelsohns das Frühwerk eines 20-Jährigen, der sich mit einem opulenten sinfonischen Werk als respektabler Komponist in Berlin einen Namen machen wollte.. Den Bezug zur Reformation stellte Mendelssohn auf unterschiedliche Weise her. Zunächst setzt die langsame Einleitung mit dem Zitat des gregorianischen „Magnificat“ ein, dessen drei aufsteigende Töne von Franz Liszt später als „tonisches Symbol des Kreuzes“ bezeichnet wurden. Dann erscheint gegen Ende der Einleitung die Melodie des „Amen“ aus der Dresdner Liturgie. Der wohl stärkste thematische Bezug findet sich im Finalsatz, dessen Thema den schon von Johann Sebastian Bach verwendeten Luther-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ zitiert und diese Original-Melodie des Reformators auf vielfältigste Weise verarbeitet und variiert. Die beiden Mittelsätze, das Scherzo in typisch mendelssohnscher Leichtigkeit und das dem Finale wie eine überdimensionale Einleitung vorangestellte Larghetto, tragen dagegen eher Intermezzo-Charakter. Mendelssohn entstammte einer angesehenen jüdischen Familie mit Nils Giebelhausengroßer humanistischer Tradition. Er wurde, wie all seine Geschwister, christlich erzogen und mit 7 Jahren von Johann Jakob Stegemann, einem Pfarrer der Reformierten Gemeinde in Berlin, in einer Haustaufe protestantisch getauft. Über Mendelssohns religiöse Haltung gibt es nur ein einziges Zeugnis von ihm selbst, das ganz eine tätige Ethik preist: "Wenn aber die Leute unter einem Frommen einen Pietisten verstehen, einen Solchen, der die Hände in den Schoß legt und von Gott erwartet, dass er für ihn arbeiten möge, (…) – ein solcher bin ich nicht geworden, Gott sei Dank, und hoff’s auch nicht zu werden mein Leben lang." Zu dieser Haltung passt, dass Mendelssohn auch eine Sinfonie schrieb, die keine 'reine' Kirchenmusik ist und die dennoch voll religiöser Musikelemente und protestantischen Gedankenguts steckt.
Sakral getragen beginnt das Werk und stimmt so auf den geistlichen Charakter der Symphonie ein. Der erste Satz steigert sich bis zum genannten „Dresdner Amen“, einer liturgischen Formel, die später auch Richard Wagner als Gralsmotiv für seine Oper „Parsifal“ verwendete. Im letzten Satz schließlich feiert Mendelssohn musikalisch den ‚Sieg‘ des Protestantismus indem er Luthers Choral „Ein feste Burg“ zunächst nur von einer Flöte gespielt letztlich zum Hauptmotiv der Sinfonie ausbaut und wie eine Hymne triumphieren lässt.
"Ob Gott ist? Was Gott sei? Ob ein Theil unserer Selbst ewig sei und, nachdem der andere Theil vergangen, fortlebe? und wo? und wie? – Alles das weiss ich nicht und habe Dich deswegen nie etwas darüber gelehrt. Allein ich weiss, dass es in mir und in Dir und in allen Menschen einen ewigen Hang zu allem Guten, Wahren und Rechten und ein Gewissen gibt, welches uns mahnt und leitet, wenn wir uns davon entfernen. Ich weiß es, ich glaube daran, lebe in diesem Glauben und er ist meine Religion." (Felix Mendelssohns Vater an Fanny Mendelssohn).Peter Lutz


Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“
Der weichgetönte Eingangschor verarbeitet das vom Chor-Alt vorgestellte Thema kontrapunktisch, mit homophon bekräftigenden Einwürfen und einem verinnerlichten a-cappella-Abschnitt am Schluss. In den beiden folgenden Arien führt der Solo-Sopran zunächst einen Dialog mit der Oboe nach dem Vorbild der Arien Bachs, danach mit dem Frauenchor. Ein affirmativer Chor, der Elemente der Mehrchörigkeit aufnimmt, bildet den Mittelteil des Werks, dem sich ein Quintett des Solo-Soprans mit den Männerstimmen anschließt. Der an Händel gemahnende Schlusschor nimmt das Thema des vierten Teils wieder auf und mündet in eine breit angelegte Fuge auf den Text „Preis sei dem Herrn“, die dem Psalmtext quasi als Gloria Patri, als kleine Doxologie, angefügt ist.
Mendelssohn vertonte den Text des Psalmes nahezu vollständig. Lediglich Vers 7b mit inhaltlich unwichtigen geographischen Angaben fehlt vollständig; ferner wurde Vers 11, der einige frühere Stellen wieder aufgreift, durch wörtliche Wiederholungen ersetzt.
Eric Werner merkt kritisch an, dass bei diesem Werk gelegentlich „über den Text hinwegkomponiert“ wurde. „Man vergleiche nur den Psalmtext (dessen deutsche Übersetzung die wilde Inbrunst des Urtexts schon abschwächt) mit seiner musikalischen Deutung. Hier ist alles abgeschwächt, gedämpft, was im Gedicht mit starken Worten und leidenschaftlichen Bildern und Erinnerungen auf den Leser eindringt.“ Besonders kritisch bewertet Werner, dass Mendelssohn dem originalen Psalmtext ein „Preis sei dem Herrn“ anfügt: „[…] eine Freiheit, die zwar bei einem liturgischen Werk sinnvoll wäre, bei einem für das Konzert bestimmten nicht am Platze war […] Steht nun diese ‚optimistische‘ Lobpreisung schon im Widerspruch zum problemgeladenen Text, so trägt die dazugehörige Musik einen unangenehm salbungsvollen Charakter […] Hier hat Mendelssohn nicht den Psalm komponiert, sondern eine triviale theologische Tirade mit opernhaftem Einschlag.“ Wie immer man auch Mendelssohns Textumdeutungen bewertet: der Komponist entwirft in dieser Psalmkantate ein tief empfundenes Bild von Sehnsucht und Suche nach Gott, die in Trost und Gottvertrauen Erfüllung findet.
Dem heutigen Musikbetrieb dient Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), der „romantische Klassizist“ (A. Einstein) oder „klassizistische Romantiker“ (P. H. Lang), nur mit einem schmalen Anteil seines reichen Werkes: mit Sinfonien, Ouvertüren, dem Violin- und dem Klavierkonzert, der Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum und weniger Kammermusik (z.B. dem Streicheroktett), Aufführungen seines gewichtigen und einst populären Oratorienspätlings Elias op. 70 (1846) sind heute selten. Und sein bei weitem originellstes Vokalwerk, die Erste Walpurgisnacht op. 60 nach Goethe (zwei Fassungen: 1831 und 1843), von Berlioz gerühmt und ein Gipfel des Oratorienschaffens nach Händel und Haydn, ist dem breiten Publikum vollends unbekannt.
Mendelssohns geistliche Musik in größerem Rahmen auch, und gerade, für die musikalische Praxis neu oder gar zum ersten Mal zu edieren, ist deshalb eine wichtige Aufgabe, eine musikalisch lohnende dazu. Mendelssohns kirchliche und geistliche Werke galten dem späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert als seine bedeutendsten überhaupt – so nachzulesen etwa bei Hermann Kretzschmar, einem führenden Musikforscher jener Zeit, und zwar in seinem Führer durch den Konzertsaal (II/1, Leipzig 1888). Wenn wir uns auch einem solchen Urteil nicht mehr anschließen können, es sei denn, wir stützten es vorwiegend auf die oratorischen Werke, so bleibt doch gewiss die hohe Qualität dieser umfangreichen Werkgruppe unzweifelhaft.
Mendelssohn als Komponist geistlicher Vokalmusik bietet geradezu alles, was ihn für die Praxis brauchbar, sangbar und „dankbar“ – und was ihn für die Forschung, und zwar nicht nur für die speziell kirchenmusikgeschichtliche, interessant macht. Über seinen Berliner Lehrer, den Goethe-Intimus Carl Friedrich Zelter, war Mendelssohn von früh an mit der Tradition J. S. Bachs verbunden. Der Unterricht im strengen kontrapunktischen Stil, zopfig genug in jener Zeit der vorherrschenden Homophonie, legte einmal den Grund zu den kontrapunktischen Künsten, die zu einer
wesentlichen Stilkomponente von Mendelssohns Werk gehören und markant zur kantablen Melodik und weichen Harmonik kontrastieren. Zum anderen bereitete dieser Unterricht Mendelssohns späteren, unablässigen Einsatz für die Musik J. S. Bachs vor. Seine Aufführung der Bachschen Matthäuspassion am 11. März 1829 (Mendelssohn war damals 20 Jahre alt) in der Berliner Singakademie war eine epochemachende Tat. Sicher, man weiß, daß die Bach-Pflege, gerade wenn man an Zelter in Berlin denkt, nicht völlig ausgesetzt hatte und daß auch Teile der Matthäuspassion vor 1829 aufgeführt wurden, Mendelssohn das Werk also nicht „wiederentdecken“ mußte. Doch waren dies private Aufführungen, ohne Wirkung auf ein breites Publikum, dem Bachs Musik fremd und unbekannt geworden war.
Mendelssohn hat diese Musik nicht nur öffentlich aufgeführt, sondern auch ediert und bearbeitet, um sie seinen Zeitgenossen näher zu bringen. Neben Bachschen Werken liegen auch solche von Händel in Mendelssohns Bearbeitungen und Ausgaben vor, so das Dettinger Te Deum, Acis und Galatea sowie Israel in Ägypten. Hier hat Mendelssohn nicht nur die Partituren nach den Originalquellen revidiert, sondern auch obligate Orgelpartien ausgeschrieben. Mendelssohn selbst hat sowohl geistliche A-cappella-Musik „im alten Stil“ geschrieben als auch Werke mit instrumentaler Begleitung. In der ersten Gruppe ragen das großartige achtstimmige Te Deum (1826) sowie die Motetten op. 69, drei Psalmen op. 78 und Sechs Sprüche für Doppelchor op. 79 hervor. Bemerkenswert sind daneben die liturgisch gebundenen Gesänge für den anglikanischen Evening Service und die Chöre zur deutschen Liturgie für die offizielle preußisch-protestantische Agende: achtstimmig doppelchörige Kompositionen, die dem Ideal der Ausgewogenheit des Palestrinaschen Stils nahezukommen versuchen.
Zu den instrumental begleiteten geistlichen Werken Mendelssohns zählen unter anderem ein Kyrie, ein Gloria, ein Magnificat sowie verschiedene Choral- und Psalmkantaten. Und eines der schönsten unter ihnen ist zweifellos die Psalmkantate Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser (Psalm 42) op. 42 für Soli, Chor und Orchester aus den Jahren 1837 und 1838. Den herrlichen Text – es handelt sich um den ersten Psalm des zweiten Psalmenbuches – vertont Mendelssohn fast vollständig. Es fehlen in seiner Komposition lediglich Vers 7b mit den inhaltlich unwichtigen geographischen Angaben (Nr. 5; „darum gedenke ich an dich [im Jordanland vom Hermon, vom Mizar-Berg her]“) sowie die Verse 11 (sie würden zu Nr. 6 gehören), die inhaltlich und zum Teil auch wörtlich die Verse 10b und 4b aufgreifen („wenn mein Feind mich drängt“, Nr. 6; „weil man täglich zu mir saget: Wo ist nun dein Gott?“, Nr. 3). Indem er diese im Psalmtext nur angedeuteten Textrückgriffe in seiner Komposition außer acht lässt, vermag Mendelssohn eine wörtliche und gedanklich zentrale Textreprise (die Verse 6 werden als Verse 12 wiederholt – das entspricht in der Psalmkantate Nr. 4 und Nr. 7) umso deutlicher zu machen. Der zentrale Gedanke der Zuversicht und des Vertrauens auf Gott findet seine musikalische Entsprechung in einem mottohaften, einprägsamen Motiv („Harre auf Gott“), das in Nr. 4 in einem kurzen homophonen Satz und in Nr. 7 in einer groß angelegten, prachtvollen und gewaltigen Fuge ausgeführt wird, die in ihrer melodischen und architektonischen Macht an ähnliche Sätze des großen Händel erinnert. Im übrigen bietet Mendelssohns Psalm 42 einen großen formalen und musikalischen Reichtum. Auf den gleichzeitig im Chor rhetorisch expressiven und im Orchester lyrisch schwingenden Eingangssatz (Nr. 1) mit dem schönen poetischen Bild des Hirsches, der nach dem Wasser – und der Seele, die nach Gott verlangt, folgt ein Sopransolo (Nr. 2). Es ist gegliedert in ein Adagio-Arioso mit solistischer Oboe, ein Accompagnato-Rezitativ und ein mitreißendes Allegro-assai-Arioso, in das die Frauenstimmen des Chores einfallen: Sehnsucht, Zweifel – und Streben nach dem  „Hause Gottes“ finden in dieser klug disponierten Satzfolge eine unmittelbar ergreifende und emotional nachvollziehbare musikalische Gestaltung.
Der Chor Nr. 4 stellt – zunächst einstimmig und gleichsam psalmodisch in Tenören und Bässen – streng und knapp, in Frage und Antwort die Quintessenz des Psalms hin: „Was betrübst du dich … Harre auf Gott!“ Die attacca anschließende Nr. 5, ein kürzeres Sopran-Arioso mit rezitativischen Einschüben, malt mit seiner instrumentalen Figuration die „Wasserwogen und Wellen“, die über den Psalmsänger hinwegtoben – ein Bild für seine Verlassenheit fern von Gott. Einen starken Kontrast der Milde und Gottergebenheit bietet hierzu Nr. 6, ein Soloquartett mit Männerstimmen. In seiner weichen Liedhaftigkeit klingt es deutlich an Choralartiges an und erinnert an solche zarten Mendelssohn-Pretiosen wie das Denn er hat seinen Engeln befohlen. Über dem Soloquartett stimmt der Solosopran immer wieder seinen Klageruf der Gottferne an (vgl. Nr. 5), wobei – unaufdringlich, aber doch deutlich genug – im Orchester die Wogen-Motivik des vorangehenden Satzes aufgenommen wird. Nach diesen fein gesponnenen gedanklichen und musikalischen Zusammenhängen der Mittelsätze wirkt die mit zwei homophonen Chorblöcken eingeleitete Schlußfuge, die wir schon oben rühmten, um so machtvoller: als musikalischer Ausdruck unerschütterlicher Gotteszuversicht.
Felix Mendelssohn Bartholdy

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (* 3. Februar 1809 in Hamburg; † 4. November 1847 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen.
Daneben setzte sich Mendelssohn Bartholdy für die Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs ein. Damit trug er wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung eines Verständnisses für die „klassische" Epoche der deutschen Musik bei. Er gilt als Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in
Deutschland.¹

Leben
Felix Mendelssohn Bartholdy entstammte der angesehenen und wohlhabenden bürgerlichen jüdischen Familie Mendelssohn. Väterlicherseits war er ein Enkel des bedeutenden Philosophen Moses Mendelssohn. Sein Vater Abraham trat nach einer Bankkaufmannslehre 1804 als Kompagnon in die Bank seines älteren Bruders Joseph ein. Seine Mutter Lea, geborene Salomon, kam aus einer Fabrikantenfamilie. Nach der Heirat 1804 zogen Abraham und Lea Mendelssohn von Berlin nach Hamburg. Im Jahr 1805 wurde Felix' musikalisch begabte Schwester Fanny (ab 1829 Fanny Hensel) geboren. Als weitere Geschwister folgten 1811 Rebecca (sie heiratete 1831 den Mathematiker Dirichlet) und 1812 Paul Mendelssohn. Alle Kinder Abraham Mendelssohns wurden christlich erzogen und am 21. März 1816 von Johann Jakob Stegemann, dem Pfarrer der Reformierten Gemeinde der Berliner Jerusalems- und Neuen Kirche, in einer Haustaufe protestantisch getauft. Bei dieser Gelegenheit erhielt Felix seine Taufnamen Jakob und Ludwig. Darüber hinaus wurde dem Familiennamen der „christliche" Name Bartholdy beigefügt, den Leas Bruder Jakob Salomon, der preußische Gesandte in Rom, bei seiner Taufe nach dem Namen des Vorbesitzers eines Gartens der Familie angenommen hatte. Abraham und Lea Mendelssohn Bartholdy konvertierten schließlich 1822 zum Christentum. Felix wurde 1825 in der Parochialkirche (Berlin) konfirmiert.

Kindheit (1809–1824)
Wegen der französischen Besetzung Hamburgs zog die Familie 1811 nach Berlin, wo die verwitwete Großmutter lebte. Hier erhielten Felix und Fanny den ersten Musikunterricht von ihrer Mutter, die in einer unmittelbaren Bach-Tradition stand, deren Mutter (ihre Großmutter) war Schülerin des Bach-Schülers Kirnberger gewesen. Auch die Großtante der beiden Kinder, Sara Levy, Tochter des Berliner Hoffaktors Daniel Itzig, der 1791 als erster preußischer Jude von Friedrich Wilhelm II. das Naturalisationspatent erhielt, vermittelte diese Tradition als Schülerin Carl Philipp Emanuel Bachs und Gönnerin Wilhelm Friedemann Bachs. Nach der Rückkehr nach Berlin erhielten sie Unterricht in Komposition bei Carl Friedrich Zelter.
In der Öffentlichkeit trat Felix erstmals am 24. Oktober 1818 als Neunjähriger auf, wobei er den Klavierpart in einem Klaviertrio von Joseph Wölfl übernahm. Im April 1819 trat er als Altsänger in die Sing-Akademie zu Berlin ein, wo er unter Zelters Leitung ältere Kirchenmusik studierte. 1820 begann er, mit außergewöhnlicher Schnelligkeit zu komponieren. 1821 besuchte Mendelssohn als Zwölfjähriger zusammen mit Carl Friedrich Zelter erstmals Goethe, mit dem er 16 Tage in Weimar verbrachte. Ebenfalls in das Jahr 1821 fällt seine erste Bekanntschaft mit Carl Maria von Weber, der in Berlin die Aufführung des Freischütz leitete. 1822 traf er in Kassel Ludwig Spohr.

Jugend (1825–1829)
1825 nahm Abraham Mendelssohn Felix mit nach Paris, wo dieser unter anderem zwei der berühmtesten dramatischen Komponisten der Zeit traf: Gioachino Rossini und Giacomo Meyerbeer. Bei der Gelegenheit kam er auch erstmals mit Luigi Cherubini zusammen, der eine hohe Meinung von seinem Talent ausdrückte und ihn für die Komposition eines Kyrie zu fünf Stimmen mit voller Orchesterbegleitung empfahl. Aus Briefen aus dieser Zeit ist bekannt, dass Felix die französische Schule der Musik wenig schätzte; aber er ging einige Freundschaften in Paris ein und frischte sie bei späteren Gelegenheiten auf.
Mendelssohn gründete einen Chor zum Studium der Chorwerke Johann Sebastian Bachs (der große Thomaskantor war damals der Öffentlichkeit nahezu unbekannt); bereits 1823 hatte er von seiner Großmutter Babette Salomon eine Abschrift der Matthäus-Passion nach dem Autograph Pölchaus geschenkt bekommen. Vor allem Carl Friedrich Zelter hatte Mendelssohn das bachsche Opus mit seinem Unterricht und der Probenarbeit in der Sing-Akademie zu Berlin nahegebracht. Gemeinsam mit Eduard Devrient setzte Mendelssohn gegen Zelters anfänglichen Widerstand 1829 bei der Sing-Akademie eine öffentliche Aufführung der gekürzten und für diesen Anlass bearbeiteten Matthäus-Passion unter seiner Leitung durch, mit einem 158-köpfigen Sing-Akademie-Chor. Es war die erste Wiederaufführung der Passion seit Bachs Tod. Zelter hatte früher schon mit der Sing-Akademie einzelne Teile der Passion einstudiert, hatte eine Gesamtaufführung jedoch für undurchführbar gehalten. Die Aufführung war so erfolgreich, dass sie noch zweimal wiederholt werden musste. Die dritte Aufführung leitete Zelter, da Mendelssohn inzwischen nach England abgereist war. Nach neueren Erkenntnissen aus der Analyse der Aufführungspartitur handelte es sich keineswegs um eine „stark romantisierende" Aufführung. Allerdings strich Mendelssohn einige Rezitative, Choräle und Arien, um Ausführende und Publikum nicht zu überfordern. Auch mussten einige Instrumente umbesetzt werden, die nicht zur Verfügung standen: Mendelssohn selbst spielte den Basso continuo auf dem Hammerflügel, die Oboen d'amore wurden durch Klarinetten, die Oboen da caccia durch Violinen ersetzt. Devrient sang die Partie des Jesus. Der Flügel des Berliner Instrumentenbauers Johann Christoph Oesterlein, der Carl Friedrich Zelter gehörte und von dem aus Felix Mendelssohn Bartholdy vermutlich die Aufführungen der Matthäus-Passion leitete, befindet sich noch heute als Dauerleihgabe der Sing-Akademie zu Berlin im Berliner Musikinstrumentenmuseum.

Erste Konzertreisen (1829–1832)
Im April 1829 reiste Mendelssohn erstmals nach London und wurde enthusiastisch aufgenommen. Seinen ersten Auftritt vor englischem Publikum hatte er bei einem der Konzerte der Philharmonic Society, bei dem er am 25. Mai seine Sinfonie c-Moll vom Klavier aus dirigierte. Am 30. spielte er auswendig Webers Konzertstück, am 25. Juni Beethovens Klavierkonzert Es-Dur (das vorher noch nicht in England aufgeführt worden war) und erstmals die Sommernachtstraum-Ouvertüre. Der Besuch in England bildete den ersten Teil eines umfassenden, vom Vater geplanten Reiseprogramms, das ihn in alle wichtigen Kunstzentren Europas führte. Nachdem er eine Professur in Berlin abgelehnt hatte, machte er sich im Mai 1830 nach Italien auf, pausierte auf dem Weg für zwei Wochen in Weimar bei Goethe und erreichte nach einigen Zwischenstationen am 1. November Rom.
Als er während seiner Rückkehr im Oktober 1831 durch München kam, komponierte und dirigierte er sein Klavierkonzert g-Moll und nahm einen (nie erfüllten) Auftrag für eine Oper am Münchner Theater an. Nachdem er in Stuttgart, Frankfurt am Main und Düsseldorf Halt gemacht hatte, kam er am 9. Dezember nach Paris, wo er sich diesmal bis zum 20. April 1832 aufhielt. Er wohnte zunächst bei dem befreundeten Bankier Auguste Léo, frischte die alten Bekanntschaften von 1825 wieder auf und hatte engen Kontakt mit Liszt und Chopin. Am 19. Februar 1832 wurde die Sommernachtstraum-Ouvertüre am Conservatoire gespielt und viele seiner anderen Kompositionen der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einigen davon erlitt er aber auch Enttäuschungen, so mit der Reformationssinfonie. Die Reise kam durch eine Cholera-Infektion im März zu einem vorzeitigen Ende; er erholte sich aber rasch.
Am 23. April 1832 war er wieder in London, wo er bei den Philharmonic Concerts zweimal sein Konzert g-Moll gab, an der Orgel in der St Paul's Cathedral spielte und den ersten Band seiner Lieder ohne Worte veröffentlichte. Er kehrte im Juli nach Berlin zurück und führte im Winter seine Reformationssinfonie, sein Konzert g-Moll und seine Walpurgisnacht öffentlich auf.

Berlin, Düsseldorf und Frankfurt (1832–1835)
Felix Mendelssohn wollte in den nächsten Jahren keine feste, bindende Stellung annehmen. Auf Drängen seines Vaters bewarb er sich trotzdem auf die durch den Tod Zelters freigewordene Position des Direktors der Sing-Akademie zu Berlin. Bei der Abstimmung der Mitglieder unterlag er aber dem langjährigen Vizedirektor Carl Friedrich Rungenhagen, wobei laut seinem Freund Eduard Devrient Antisemitismus eine Rolle gespielt haben soll. Für die Entscheidung, Berlin für Jahre zu verlassen, mag die Enttäuschung über die Nichtwahl, trotz der Beziehungen der gesamten Familie in die Sing-Akademie hinein und seiner beachtlichen künstlerischen Erfolge mit ihr (Matthäus-Passion), eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.
Im Frühjahr 1833 stattete er London einen dritten Besuch ab, um seine Italienische Sinfonie zu leiten, die erstmals am 13. Mai von der Philharmonic Society gespielt wurde. Am 26. Mai dirigierte er die Aufführungen beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf mit so großem Erfolg, dass ihm sogleich die Ernennung zum Generalmusikdirektor der Stadt angeboten wurde. Das Amt umfasste die Leitung der Musik in den Hauptkirchen, am Theater und in den Räumen zweier musikalischer Vereinigungen.
Bevor er diese neue Verpflichtung antrat, ging er abermals mit seinem Vater nach London und kehrte am 27. September 1833 nach Düsseldorf zurück. In diese Zeit fällt auch die Komposition des Vespergesangs, der aber erst
postum aus seinem Nachlass veröffentlicht wurde. Seine Arbeit machte bei der Kirchenmusik und im Konzertsaal einen guten Eindruck. In Düsseldorf entwarf er das berühmte Oratorium Paulus nach dem Leben des heiligen Paulus. Seinen Aufenthalt hier empfand er als „ungemein angenehm"
und er hätte sein Amt wahrscheinlich wesentlich länger behalten, wenn ihm nicht die permanente Leitung der Gewandhauskonzerte in Leipzig angeboten worden wäre, die ihn in eine der höchsten Stellungen brachte, die man
damals in der deutschen Musikwelt erreichen konnte.

Leipzig (1835–1841)
Im August 1835 ging Mendelssohn nach Leipzig und gab am 4. Oktober – offiziell als Kapellmeister, aber erstmals schon im Stil eines modernen Dirigenten – das erste Konzert im Gewandhaus mit seiner Ouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt, die verglichen mit seinen anderen Ouvertüren heute weniger oft aufgeführt wird. Mendelssohns Gewandhauskonzerte wurden begeistert aufgenommen. Seine Anerkennung drückte sich auch in einer Ehrendoktorwürde in Philosophie aus, die ihm am 20. März 1836 verliehen wurde. Inzwischen kam er mit seinem ersten Oratorium (dem Paulus) voran und führte es am 22. Mai 1836 beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf erstmals auf. Am  3. Oktober wurde es in Liverpool von Sir George Smart erstmals in der englischen Fassung dirigiert und am  16. März 1837 wiederum von Mendelssohn in Leipzig. In dieser Zeit bemühte er sich – als großer Verehrer von Joseph Haydn – um die Propagierung von Haydn-Werken, die er beispielsweise mit großem Erfolg am 22. Februar 1838 in Leipzig aufführte.

Letzte Jahre in Leipzig
Im Jahr 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig das Conservatorium – die erste Musikhochschule Deutschlands – und eröffnete es am 3. April in den Gebäuden des Gewandhauses. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. 1844 leitete er sechs philharmonische Konzerte in London und führte seine Sommernachtstraummusik auf. Er kehrte im September nach Berlin zurück, konnte aber den König davon überzeugen, ihn von seinen lästigsten Verpflichtungen zu befreien. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt kehrte Mendelssohn im September 1845 nach Leipzig zurück, nahm seine alte Stelle am Gewandhaus wieder auf und lehrte regelmäßig am Konservatorium. Er widmete sich vor allem seinem zweiten großen Oratorium, dem Elias, das am 26. August 1846 beim Birmingham Festival uraufgeführt wurde. Die Aufnahme des Werks war enthusiastisch, und nach seiner Rückkehr nach Leipzig arbeitete er wie üblich weiter, aber es war klar, dass seine Gesundheit ernsthaft beeinträchtigt war. 1847 reiste Mendelssohn ein zehntes und letztes Mal nach England, um Aufführungen des Elias in Exeter Hall, in Manchester und Birmingham zu leiten. Wie ein Schock wirkte nach der Rückkehr die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny am 14. Mai 1847. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und machte mehrere Monate Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland. In Leipzig erlitt er am 9. Oktober einen ersten Schlaganfall. Nach weiteren Schlaganfällen am 25. Oktober und 3. November verlor er das Bewusstsein und verstarb am 4. November 1847 um 21:24 Uhr. Sein Wohn- und Sterbehaus in der Königstraße (heute Goldschmidtstraße 12) in Leipzig ist als Mendelssohn-Haus heute ein Museum und wurde als Ort von nationaler Bedeutung in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen. Mendelssohn wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I in Berlin-Kreuzberg neben seiner Schwester Fanny und weiteren Familienangehörigen beigesetzt.

Die Ausführenden

Manja Stephan
ist regelmäßig gefragte Solistin und Ensemblesängerin im Oratorien- und Konzertbereich. Dazu gehört ihre Mitwirkung im Balthasar-Neumann-Chor, Ensemble Weserrenaissance, Vocalconsort Berlin, Kölner Kammerchor und Capella Ansgarii.
Sie arbeitete mit Thomas Hengelbrock, Reinhard Göbel, Wolfgang Helbich, Peter Neumann und Manfred Cordes.
Ihr Gesangsstudium mit dem Schwerpunkt Alte Musik absolvierte sie erfolgreich an der Hochschule für Künste Bremen bei Harry van der Kamp, Peter Kooij und Clemens Löschmann. Meisterkurse bei Emma Kirkby, Krisztina Laki, Barbara Schlick, Gerd Türk und Rachel Bersier ergänzen ihre Studien.
Mehrere CD-Produktionen als Solistin mit dem Ensemble Weserrenaissance (cpo), dem Alsfelder Vokalensemble (cpo) und dem Norddeutschen Kammerchor (Dabringhaus und Grimm: Echo Klassik Preis 2015) dokumentieren ihre Arbeit.


Nils Giebelhausen (Tenor)
studierte Gesang bei Ulrike Meyer-Krahmer (Münster), Hanno Blaschke (München), Anna Maria Castiglioni (Mailand) und Wilfried Jochens (Hamburg). Meisterkurse bei Barbara Schlick ergänzten seine Ausbildung.
Bereits als Zwanzigjähriger wurde er Preisträger beim Gesangswettbewerb des Deutschen Tonkünstlerverbandes.
1998 gab er in Rimini sein Operndebüt in A. Draghis Barockoper „La patienza di Socrate con due mogli“ unter Leitung von Alan Curtis. Im Frühjahr 2000 wirkte er dann an der Bayerischen Staatsoper in München in C. Monteverdis „Orfeo“ als Pastore mit. 2004 sang er bei den Tagen alter Musik in Bamberg den „Blifil“ in F.-A. Philidors Oper „Tom Jones“.
Auch als Oratorientenor ist er in ganz Deutschland zu hören, sein besonderes Interesse gilt dabei Bachs Oratorien und Passionen. Konzertreisen führten ihn bisher nach Italien, Frankreich, Spanien, Dänemark, Belgien, Österreich, Niederlande, Ungarn, Kanada und Japan.
Außerdem singt er auf dem Gebiet der „Alten Musik“ regelmäßig in Ensembles wie dem Balthasar-Neumann-Chor, Trinity Baroque, Musica fiata, Himlische Cantorey, dem Johann-Rosenmüller-Ensemble, Chapelle Rhenane sowie dem Orlando di Lasso-Ensemble und arbeitet mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Frieder Bernius und Peter Neumann zusammen, die ihn zu zahlreichen CD- und Rundfunkaufnahmen eingeladen haben.


Klaus-Martin Zeuch (Tenor)
begann seine Gesangsausbildung zunächst bei Frau Edelkötter an der
Musikschule in Hamm begonnen. Seit ihrer Pensionierung setzte er diese mit regelmäßigem Sologesangsunterricht bei Michael Busch vom Sing-Kultur-Haus Musica Viva in Soest fort. Neben reichlicher Chorerfahrung trat er 
gelegentlich solistisch bei diversen Konzerten auf und gestaltete einen Liederabend mit Liedern von Schumann, Schubert, Brahms und Hugo Wolf, begleitet von Babette Freitag. Zuletzt sang er kleinere Solopartien in einem Magnificat aus dem Umkreis von Buxtehude, im Gloria in D von Vivaldi, Messe in G von Schubert, aber auch den Sailor in Pucell's Dido & Aenes.

Peter Lutz (Bass)
geboren in Oberhausen, studierte Mathematik und Schulmusik in Paderborn. Nebenher begann er eine Gesangsausbildung bei  Gisela  Gründler (Kassel)  und konzertierte als Oratoriensänger im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen. Ein Meisterkurs bei Jacob Stämpfli (Stuttgart) ergänzte seine Ausbildung. Nach seinem Referendariat  widmete er sich zunächst fast ausschließlich der Arbeit als Gymnasiallehrer. Daneben sang er in kleineren Gesangsensembles und Chören, die er z.T. auch leitete. Seit Beginn der 2000er Jahre setzte er seine Gesangsausbildung bei Detlev Zywietz   fort und nahm auch seine Konzerttätigkeit wieder auf, zunächst bei Chorwerk Ruhr, dem er fast ein Jahrzehnt verbunden blieb,  später aber auch als Solist.  Zu seinem Repertoire gehören neben Werken der Oratorien-Literatur vom Frühbarock bis zur Neuzeit auch zahlreiche Lieder und Opern-Arien, die er auf Lieder-Abenden präsentiert. Er arbeitete mit Ensembles wie Capella Coloniensis, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder  den Bochumer Symphonikern und mit namhaften Dirigenten wie Bruno Weil, Frieder Bernius oder Reinhard Goebel  zusammen. Sein Wirkungskreis stellt  hauptsächlich die Metropol-Region Ruhr dar, Konzertreisen führten ihn aber auch in andere Bundesländer oder ins Ausland, z.B. nach Kanada oder Paris.

Carsten Dorn (Bass)
wurde 1969 in Hamm geboren. Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er in der damaligen Kinderkantorei der Pauluskirche Hamm bei LKMD Rolf Schönstedt. Sein Geigenspiel erlernte er in der Musikschule Hamm bei Norbert Edelkötter. Ferner erhielt er im Rahmen der Studienvorbereitung Klavierunterricht bei Christa Fuchs und Gesangsunterricht bei Eva-Maria Edelkötter. Seine Gesangsausbildung führte er im Rahmen des Schulmusikstudiums bei Prof. Marie-Louise Gilles an der Musikhochschule in Hannover fort. Er sang in zahlreichen Chören in Hamm auch als Solist und konnte als jahrelanges Mitglied des Landesjugendchores NRW diverse Tourneen nach China, Russland, Schottland, Frankreich, Polen, Holland und Belgien unternehmen. Zudem war er an verschiedenen CD-Produktionen beteiligt.
Seit zehn Jahren ist Carsten Dorn Grundschullehrer in Oer-Erkenschwick und baut dort zurzeit an einer Grundschule die Kinderchorarbeit auf.

 

Zusätzliche Informationen