4. Kirchen-, Glocken- und Orgelpfad 2017

Der 4. Kirchen-, Glocken- und Orgelpfad verbindet am Fronleichnamsdonnerstag, den 15.06.2017, drei Kirchen im Osten der Stadt Hamm und der angrenzenden Dörfer Welver und Dinker zu einer gemeinsamen Beischtigungstour unter dem Leitwort "Die bewahrende Kraft des Luthertums". Frau Dr. Ellen Schwinzer, ehemalige Leiterin des Gustav-Lübke-Museums, der Glockensachverständige Dr. Claus Peter und Kreiskantor Heiko Ittig zeigen, wie die lutherische Konfession vorreformatorischen Kirchenbau und Ausstattungsgegenstände bewahrte und in seinem Glaubensleben integrierte. > mehr

Evangelische Pfarrkirche Hamm-Uentrop

Der älteste Bauteil der Kirche ist ohne Zweifel der schlichte quadratische Westturm, der in das 11. oder 12. Jh. datiert wird. An ihn schloss sich nach Osten eine schmalere romanische Saalkirche aus gleicher Zeit an, deren Dachlinie noch heute an der Ostwand des Turmes zu sehen ist.. Als weitere Rarität birgt dieser Turm eine 1723 gefertigte, schmiedeeiserne Turmuhr, die seit einigen Jahren wieder zu jeder vollen Stunden schlägt. Für die Kunstgeschichte insgesamt bemerkenswert sind die Wandmalereien im inneren des schlichten Kirchenbaus. Gefunden wurde an den Wänden des Chorraumes bei seiner Freilegung ein Apostelzyklus in fragmentarischem Zustand.

Ev. Kirche St. Albanus und Cyriacus Welver

Die vermutlich im 12. Jahrhundert als Eigenkirche der Herren von Welver errichtete Pfarrkirche wurde nach der Gründung des Zisterzienserinnenklosters um 1240 in dieses inkorporiert und diente fortan zugleich als Klosterkirche. In der Reformationszeit versuchte die Stadt Soest, zu deren Territorium Welver gehörte, die lutherische Lehre durchzusetzen, während die Äbtissinnen sich bemühten, die alte Lehre beizubehalten. So waren die Verhältnisse zunächst verworren. Zeitweilig gab es nebeneinander einen katholischen Pfarrer und einen evangelischen Vicekuraten. Ende 1649 wurde die Kirchengemeinde endgültig evangelisch. Gleichzeitig diente die Kirche aber weiterhin den Nonnen des katholisch gebliebenen Klosters als Klosterkirche. Unten im Kirchenschiff fand der evangelische Gottesdienst für die Gemeinde statt und oben auf dem Nonnenchor, einer heute nicht mehr vorhandenen Empore, der katholische Gottesdienst für die Klosterangehörigen. Das Simultaneum endete, als das Kloster 1697–1700 sich eine neue Kirche dicht neben der alten erbaute.

Evangelische Kirche St. Othmar Dinker

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche 1221. Das Gebäude ist ein dreijochiger Saalbau mit eingezogenem zweijochigem Chor. Der Bau des Chores wurde 1514 vollendet. Das romanische Langhaus war baufällig geworden, es wurde durch das Heutige ersetzt. Altaraufbau, Orgel und Kanzel, sowie das hölzerne Taufbecken von 1745 bis 1750 stammen vom Tischlermeister Kartenberg. Aus vorreformatorischer Zeit sind ein Sakramentshäuschen des 12. Jahrhunderts erhalten, außerdem eine Figur des Heiligen Othmar. In das historische Orgelgehäuse von 1758, das mit der Altar- und Kanzelwand eine bauliche Einheit bildet, wurden 1780 durch Orgelbauer Isvording, dann 1928  die alte Orgel des Archigymnasiums Soest – ebenfalls ein historisches Instrument des 17. Jahrhunderts, sodann eine Orgel der Fa. Hammer von 1978 eingebaut.

Ablauf:

10:30 Uhr Abfahrt von der Haltestelle “Alter Markt / Synagoge”

11:00 Uhr bis 12:45 Uhr Ev. Pfarrkirche Uentrop

13:15 Uhr bis 14:15 Uhr Mittagessen Marienhospital II

14:30 Uhr bis 16:15 Uhr St. Othmar Dinker

16:30 Uhr bis 18:00 Uhr Ss. Albanus et Cyrikaus Welver

18:30 Uhr Rückkunft an der Haltestelle “Alter Markt / Synagoge”

Zusätzliche Informationen