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Kantoreikonzert 25.10.2015

In einem großen Kirchenkonzert führt die Pauluskantorei Hamm das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die Kantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Felix Mendelssohn Bartholdy auf. Karten online

Das Requiem in d-Moll (KV 626) aus dem Jahr 1791 ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Da es sich um ein Auftragswerk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Mozart, das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten. Die Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen werden seit langem heftig diskutiert. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben zudem eine üppige Mythenbildung angeregt.
In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte sich Mozart verstärkt der Kirchenmusik zu – eine ganze Reihe von Kyrie-Fragmenten wird auf die Jahre 1787–1791 datiert.[1] Er versuchte, sich im kirchenmusikalischen Fach ein Auskommen zu sichern, indem er sich im April 1791 erfolgreich als Adjunkt des Domkapellmeisters an St. Stephan in Wien, Leopold Hofmann, bewarb. Die Stelle war zwar unbezahlt, doch erwarb sich Mozart so die „Erwartung auf die 2000 Gulden eintragende Kapellmeisterstelle“,[2] also die Zusicherung einer sehr lukrativen Position. Im Juni 1791 schloss Mozart die Fronleichnams-Motette Ave verum corpus (KV 618) ab. Ein Arbeitsauftrag für ein größeres Kirchenwerk musste ihm somit sehr entgegenkommen.
Im Laufe des Jahres 1791 wurde Mozart durch Vermittler, die für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg agierten, mit der Komposition eines Requiems beauftragt und erhielt die Hälfte der Bezahlung im Voraus. Er hielt sich an die übliche Textgestalt des Requiems und verzichtete lediglich, wie das in den meisten musikalischen Bearbeitungen der Fall ist, auf eine Vertonung von Graduale und Tractus. Als Vorbild mag das Requiem c-Moll von Michael Haydn gedient haben, an dessen Uraufführung Mozart als Fünfzehnjähriger im Orchester mitgewirkt hatte.[3]
Während des Kompositionsprozesses erkrankte Mozart schwer. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte er lediglich den Eröffnungssatz des Introitus (Requiem aeternam) mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben. Das folgende Kyrie und der größte Teil der Dies-irae-Sequenz (vom Dies irae bis zum Confutatis) waren lediglich in den Gesangsstimmen und dem bezifferten Bass fertiggestellt, darüber hinaus waren verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien (etwa Posaunensolo im Tuba mirum, öfter Stimme der ersten Violinen) kurz skizziert. Der letzte Satz der Sequenz, das Lacrimosa, brach nach acht Takten ab und blieb unvollständig. In den 1960er Jahren wurde eine Skizze für eine Amen-Fuge entdeckt, die offenbar die Sequenz nach dem Lacrimosa hätte beenden sollen. Die folgenden beiden Sätze des Offertorium, das Domine Jesu Christe und das Hostias, waren wiederum in den Gesangsstimmen und teilweise im Continuo ausgearbeitet. Sanctus mit Benedictus, Agnus Dei und Communio fehlten völlig.[4]
Constanze Mozart. Porträt von Joseph Lange
Erste Seite der „Ablieferungspartitur“ in Mozarts Handschrift. Im Bildausschnitt nicht sichtbar ist die Unterschrift „di me W. A. Mozart mppr. 1792“ (di me = „von mir“, mppr. = manu propria, eigenhändig) auf diesem Blatt, die nach Handschriftenanalysen von Süßmayr gefälscht wurde.
Der Witwe Mozarts, Constanze Mozart, war verständlicherweise sehr daran gelegen, dass das unvollständige Werk abgeschlossen wurde, um die Vorauszahlung nicht zurückzahlen zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragte daher andere Komponisten, meist Schüler Mozarts, mit der Fertigstellung. Zunächst wandte sie sich an Joseph Eybler. Er arbeitete an der Instrumentation der Sätze vom Dies irae bis zum Lacrimosa, gab den Auftrag dann aber aus unbekannten Gründen zurück. Seine Ergänzungen schrieb er direkt in Mozarts autografe Partitur.
Die Arbeit wurde einem anderen jungen Komponisten und Schüler Mozarts anvertraut, Franz Xaver Süßmayr, der sich für die Instrumentation auf Eyblers Arbeit stützen konnte. Süßmayr komplettierte die Orchestrierung der Sequenz sowie des Offertoriums, stellte das Lacrimosa fertig und komponierte weitere Sätze: Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Dann ergänzte er die Communio (Lux aeterna), indem er die beiden Eröffnungssätze, die Mozart noch selbst komponiert hatte, wiederholte und ihnen den Text des Lux aeterna unterlegte. In dieser Fassung erklingt das Werk auch bei der aktuellen konzertanten Aufführung durch die Pauluskantorei.
Die voraus erklingende Kantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" ist eine von den 8 Choralkantaten, die Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) nach intensiver Beschäftigung mit der Musik von J.S. Bach in der Zeit zwischen 1827 und 1832 geschrieben hat.
Das Autograph der Komposition galt lange Zeit als verschollen. Vor wenigen Jahren wurde jedoch eine Abschrift im Nachlass des Mendelssohn-Freundes Franz Hauser entdeckt. Daher wissen wir, dass das Werk Anfang 1829, kurz vor Mendelssohns Englandreise entstand. Der Traum einer Aufführungsmöglichkeit in London zerschlug sich jedoch.
Die Choralkantate basiert auf Text und Melodie des Kirchenliedes von Georg Neumark (1641). Außergewöhnlich ist, dass Mendelssohn der Vertonung der ersten Liedstrophe einen Satz voranstellte: die Eingangsstrophe aus Israel Clauders Choral „Mein Gott, du weißt am allerbesten“ (1699). Der zentrale Teil der Komposition, der Gedanke der Zuversicht und des Vertrauens auf Gott, findet seine musikalische Entsprechung in der zweiten Strophe, im subtil angelegten Zusammenspiel von Chor und Orchester. Eine zarte, liedhafte Sopranarie schließt sich als Strophe 3 an. Der Schlusschoral fasst die Thematik der Glaubensgewissheit mit dem Unisono des Chores und dem im energischen Forte begleitenden Orchester zusammen. Die letzte Zeile erklingt kraftvoll im Kantionalsatz: „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht“.
Neben der Kantorei wirken weitere Vokalsolisten und das Orchester "Kammerton" mit. Beginn ist am Sonntag, den 25.10.2015, um 18 Uhr in der Pauluskirche Hamm.
Eintrittskarten sind erhältlich beim Westfälischer Anzeiger, Gutenbergstraße 1, 59065 Hamm, Fon 10 54 77, Ticket Corner, Oststraße 47, 59065 Hamm, Fon 2 12 48 und "insel", Willy-Brandt-Platz 1, 59065 Hamm, Fon 2 34 00.
Eintrittskarten im Vorverkauf:
Kategorie 1: € 18,-- / € 15,-- bei Erm.
Kategorie 2: € 15,-- / € 12,-- bei Erm.
Restkarten an der Abendkasse: zzgl. € 3,-- pro Karte und Kategorie

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  • Letzte Bearbeitung: Freitag 16 Februar 2018, 22:44:42.

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